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Reden hilft: Open Space als Angebot edit

04.02.2019, Christian Kaschuba

In der Arbeit mit unseren Kunden geht es u.a. um die Frage, wie ein Organisationsvorhaben erfolgreich umgesetzt werden kann und was es dafür braucht. Natürlich gibt es hier eine ganze Reihe von Faktoren und nicht alle sind gleichermaßen beeinfluss- und gestaltbar. Ganz sicher aber ist, dass gut angelegte Diskurse ein wesentliches Erfolgskriterium sind und man deswegen gut beraten ist, vorzudenken und sich vorzubereiten.


Diskurse sind für uns das A und O moderner Organisationsgestaltung. Und dabei stellen sich immer wieder dieselben Fragen: Wer will was? Was genau ist das Problem? Und wenn das klar ist: Wie könnten Lösungsansätze aussehen? Wen muss ich dazu befragen, wer sollte sich dazu äußern? Wessen Unterstützung benötige ich und wie kann ich sie gewinnen? Wo lauern Widerstände, die berücksichtigt werden müssen? Was haben wir auf dem Weg gelernt? Sind auch noch andere Lösungsansätze denkbar und wie halten wir das Vorhaben kontingent? Wie kommen wir zu konkreten Entscheidungen und dann in die operative Umsetzung?


Diskurse finden in Organisationen andauernd statt. Akteure versuchen laufend ihre Interessen durchzusetzen, sei es über die Hierarchie, in Meetings, oder auch einfach nur mit einer gezielten Indiskretion an der Kaffeemaschine. Diskurse werden immer dann gebraucht, wenn die Zielrichtung unklar ist oder man für das gemeinsame Handeln die Kooperation anderer braucht.


Wenn wir Diskurse gestalten, dann gilt es, die in Führung zu bringen, die ein Anliegen haben. Oder mal ganz salopp: Es braucht immer eine, die was will, sonst braucht man gar nicht erst anfangen. Ist für dieses Vorhaben die Unterstützung anderer (Personen, aber auch Teams, Abteilungen, Bereiche, etc.) nötig, dann braucht es Verständigung. Welche Auffassungen, Interessen, Zielvorgaben sind handlungsleitend, für den, der was will – und für die anderen, deren Mittun man braucht. Welches Denken und Handeln sehen die Parteien als sinnvoll und vernünftig an? Im gemeinsamen Verständnis, warum alle Beteiligten aus ihrer Sicht rational, also vernünftig, handeln, liegt der Schlüssel zur Kooperation und damit zum erfolgreichen gemeinsamen Handeln.


Eine Möglichkeit, Situationen zu erzeugen, die in großen Gruppen für Verständigung sorgen und es einzelnen Akteuren ermöglichen, in Führung zu gehen (oder zu bleiben), ist ein Open Space.


Am 21. Februar kann man das mal testen. Wir veranstalten den Jour Flexe, an dem wir uns ganz konkret mit den Themen Organisation, Führung, Strategien, Transformation und Kulturwandel auseinandersetzen wollen.


Ein Open Space ist eine strukturierte Methode, um große Gruppen von Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen. Auch wenn das Format in immer mehr Organisationen zum Einsatz kommt, ist er vielen Menschen noch nicht bekannt. Geschweige denn vertraut. Was ein Open Space ist und nach welchen Prinzipien er funktioniert, das kann man hier sehr gut nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Open_Space


Ein Open Space zeichnet sich dadurch aus, dass es zwar einen thematischen Rahmen gibt, aber keine feste Agenda, geschweige denn ein vorgegebenes Ziel. Die Teilnehmer bestimmen über die konkreten Inhalte und die Qualität des Austauschs. Gesprächseinheiten („Sessions“) zu bestimmten Themen oder Fragestellungen werden von den Teilnehmern zu Beginn auf einem Marktplatz kurz vorgestellt und „gepitcht“ und finden dann über den Tag verteilt statt, auch parallel. Freiwilligkeit ist dabei das Leitprinzip: Ich gehe zu den Sessions, die mich interessieren und bleibe, solange ich will. Auch wie ich mich dort einbringe, ob ich mich beteilige oder nur zuhöre, ist nur mir überlassen. So weit, so gut. Oder auch nicht.


Das Format an sich halten wir für viele Fragestellungen sehr gut geeignet. Was also tun wir als Organisatoren und Gastgeber, dass wir mit dem Tool Open Space nicht zum Fool werden?



  • Wir beginnen den Tag mit kurzen Impulsen einiger Kundenvertreter, so dass andere Teilnehmer ein erstes Verständnis der konkreten Situation und den Fragestellungen bekommen und sich dabei schon ein wenig kennenlernen.

  • Damit stellen wir sich sicher, dass wir reale Vorhaben, „echte Probleme“ mit konkreten Fragestellungen haben anstatt abstrakt-hypothetischen Phantomdiskussionen.

  • Wir bieten „Gesprächsregeln“ an, die sich in unserer Arbeit bewährt haben. Natürlich steht es allen Teilnehmern frei sich daran zu halten. 

  • Last but not least: Wir bitten unsere (möglichen) Teilnehmer, dass sie sich im Idealfall schon heute konkrete Gedanken dazu machen, ob sie auf dem Marktplatz eine Session mit einem konkreten Thema oder einer konkreten Frage anbieten wollen. Wer uns das im Vorwege wissen lässt, dem bieten wir im Gegenzug konstruktives Feedback und „inhaltliche Schärfung“ an. Der große Vorteil für uns ist, dass wir ein besseres Gefühl dafür bekommen, wie umfangreich der Marktplatz wird und welche Themen vertreten sein werden.

  • Im Umkehrschluss heißt das natürlich nicht, dass Teilnehmer nicht auch ganz spontan auf dem Marktplatz eine Session anbieten können. Wer weiß schon, wann der Geistesblitz kommt? Vielleicht nach dem ersten Kaffee oder einem inspirierenden Gespräch mit einem anderen Teilnehmer.

  • Was auch immer die Frage: Wir stehen den Teilnehmern, auch den möglichen Teilnehmern, jederzeit sehr gerne zur Verfügung, wenn es Fragen gibt oder Feedback gewünscht wird.

  • Der Rest, und das ist ja die Idee beim Open Space, wird sich an dem Tag ergeben. Wir sind zwar gut vorbereitet, aber durchplanen wollen wir diesen Tag nicht. Wir freuen uns auf hoffentlich viele Überraschungen und das, was dieser Tag für uns noch so parat halten wird. 


Wie heißt es doch in unserer Einladung: 


Sei dabei beim Jour Flexe! Dem Tag, der dann entsteht, wenn du kommst und dich einbringst, der so wird, wie du ihn formst! 


In diesem Sinne: Wir freuen uns auf unsere Teilnehmer und viele gute Gespräche!

Eure OrgaNeos

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